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Rabenlied

Still ist die Nacht, nicht ein Laut ist zu hör'n
Niemand ist wach, meine Ruhe zu stör'n
Unter den Eichen im finsteren Wald
Hört meine Stimme singen man bald

Seit ich mich einstmals dem Raben geweiht
Bin auf der Reise ich die meiste Zeit
Oftmals alleine, führt' meine Mission
Bis in die schwarzen Lande mich schon

Schwarzer Rabe, trag' mich weit
Eingehüllt ins Schwingenkleid
Hinterm Meere voll Vergessen
Deine Gnade, unermessen

Still ist die Nacht, meine Stimme verklingt
Madas Mal silbernes Licht mit sich bringt
Und auf der Eiche Gezweig in der Nacht
Sitzt nun ein Rabe leis' und hält Wacht

Schon graut der Tag und ich muß wieder fort
In Borons Ruhe verbleibt dieser Ort
Und wo die Eichen am höchsten hier steh'n
Kann ein paar schwarze Federn man seh'n

Schwarzer Rabe, trag' mich weit
Eingehüllt ins Schwingenkleid
Hinterm Meere voll Vergessen
Deine Gnade, unermessen

Still ist der Weg und die Straße ist leer
In den Ruinen hier lebt niemand mehr
Nur ein Verwirrter noch winkt mir verstohl'n
Er sei Noionas Gnade empfohl'n

Wieder wird's Nacht und dann wieder ein Tag
Wer weiß, wie lang ich das Leid noch ertrag'?
Ich sinke hin zum Gebete allein
Ferne hört einen Raben man schrei'n

Schwarzer Rabe, trag' mich weit
Eingehüllt ins Schwingenkleid
Hinterm Meere voll Vergessen
Deine Gnade, unermessen